Avodah Zarah 45

Kapitel 45

א רבינא אמר לא קשיא הא לכתחלה הא דיעבד
1 Rabina erklärte: Das ist kein Einwand; eines gilt von vornherein und eines, wenn bereits geschehen. —
ב ומנא תימרא דשאני בין לכתחלה בין לדיעבד דתנן לא תתייחד אשה עמהם מפני שחשודין על העריות ורמינהו האשה שנחבשה בידי עובדי כוכבים ע"י ממון מותרת לבעלה ע"י נפשות אסורה לבעלה
2 Woher entnimmst du es, daß zu unterscheiden sei, ob von vornherein oder bereits geschehen? — Wir haben gelernt, eine Frau dürfe nicht mit ihnen allein sein, weil sie der Unzucht verdächtig sind, und dem widersprechend wird gelehrt, eine Frau, die bei Nichtjuden eingesperrt war, sei, wenn des Geldes wegen, ihrem Manne erlaubt, und wenn ihrer Person wegen, ihrem Manne verboten.
ג אלא לאו ש"מ שאני לן בין לכתחלה לדיעבד ממאי דלמא לעולם אימא לך אפילו דיעבד נמי לא והכא היינו טעמא דמתיירא משום הפסד ממונו
3 Wahrscheinlich unterscheiden wir also zwischen von vornherein und bereits geschehen. — Wieso denn, tatsächlich, kann ich dir erwidern, gilt dies auch dann, wenn bereits geschehen, hierbei aber ist sie aus dem Grunde [ihrem Manne erlaubt], weil jener den Verlust seines Geldes fürchtet.
ד תדע דקתני סיפא ע"י נפשות אסורה לבעלה ותו לא מידי
4 Dies ist auch zu beweisen, denn im Schlußsatze lehrt er, wenn ihrer Person wegen, sei sie ihrem Manne verboten. Weiter nichts darüber.
ה רבי פדת אמר לא קשיא הא רבי אליעזר הא רבנן דתנן גבי פרת חטאת ר' אליעזר אומר אינה נקחת מן העובדי כוכבים וחכמים מתירין מאי לאו בהא קמיפלגי דר"א סבר חיישינן לרביעה ורבנן סברי לא חיישינן לרביעה
5 R. Pedath erklärte: Das ist kein Einwand, eines nach R. Elie͑zer und eines nach den Rabbanan. Wir haben nämlich gelernt: Die Entsündigungskuh darf, wie R. Elie͑zer sagt, nicht von einem Nichtjuden gekauft werden; die Weisen erlauben dies. Ihr Streit besteht wahrscheinlich in folgendem: R. Elie͑zer ist der Ansicht, man befürchte Bestialität, und die Rabbanan sind der Ansicht, man befürchte Bestialität nicht. —
ו ממאי דלמא דכ"ע לא חיישינן לרביעה והכא היינו טעמא דרבי אליעזר כדרב יהודה אמר רב דאמר רב יהודה אמר רב הניח עליהן עודה של שקין פסלה ובעגלה עד שתמשוך בה
6 Wieso, vielleicht sind alle der Ansicht, man befürchte Bestialität nicht, nur berücksichtigt R. Elie͑zer hierbei die Lehre des R. Jehuda im Namen Rabhs. R. Jehuda sagte nämlich im Namen Rabhs: Hat man auf sie ein Bündel Säcke gelegt, so hat man sie untauglich gemacht; ein Kalb aber erst dann, wenn es [an der Last] angezogen hat.
ז מר סבר חיישינן ומר סבר לא חיישינן לא ס"ד משום ניחא פורתא לא מפסיד טובא
7 Einer ist der Ansicht, man berücksichtige dies, und einer ist der Ansicht, man berücksichtige dies nicht. — Dies ist nicht einleuchtend, denn wegen eines geringen Nutzens würde er nicht einen großen Schaden wagen. —
ח ה"נ לימא משום הנאה פורתא לא מפסיד טובא התם יצרו תוקפו
8 Sollte man doch auch hierbei sagen: wegen eines geringen Genusses würde er nicht einen großen Schaden wagen!? — Hierbei wird er von seiner Leidenschaft überwältigt. —
ט ודלמא דכולי עלמא לא חיישינן לרביעה והכא היינו טעמא דר"א כדתני שילא דתני שילא מ"ט דר' אליעזר (במדבר יט, ב) דבר אל בני ישראל ויקחו אליך בני ישראל יקחו ואין העובדי כוכבים יקחו
9 Vielleicht sind alle der Ansicht, man befürchte Bestialität nicht, und der Grund R. Elie͑zers ist vielmehr nach einer Lehre Šilas zu erklären, denn Šila lehrte: Was ist der Grund R. Elie͑zers? [Es heißt:] <i>sprich zu den Kindern Jisraél, daß sie dir nehmen</i>, die Kinder Jisraél sollen nehmen, nicht aber sollen Nichtjuden nehmen!? —
י לא סלקא דעתך דקתני סיפא וכן היה רבי אליעזר פוסל בכל הקרבנות כולן ואי סלקא דעתך כדתני שילא בשלמא פרה כתיב בה קיחה אלא כולהו קרבנות קיחה כתיב בהו ודלמא עד כאן לא פליגי רבנן עליה דרבי אליעזר
10 Dies ist nicht einleuchtend, denn im Schlußsatze lehrt er: ebenso sind sie nach R. Elie͑zer untauglich auch für alle anderen Opfer. Allerdings ist die Erklärung Šilas stichhaltig bei der [roten] Kuh, bei der es <i>nehmen</i> heißt, nicht aber bei allen anderen Opfern, bei denen es nicht <i>nehmen</i> heißt. — Vielleicht streiten die Rabbanan gegen R. Elie͑zer